Umlagen und Abgaben Strom

Im europäischen Vergleich wird schnell deutlich, dass Strom in Deutschland ziemlich teuer ist. Innerhalb der letzten 20 Jahre verdoppelte sich der durchschnittliche Strompreis für Haushalte von 13,94 Cent/kWh (2000) auf 31,94 Cent/kWh (2021). Preistreiber waren aber weniger die Energieversorger. Deren Anteil am Strompreis (Beschaffung, Vertrieb und Marge) stieg leicht auf 24%. Die Netznutzungsentgelte blieben bei 25% und die staatlichen Abgaben und Steuern sanken leicht auf 51%. Zusammen machen sie jedoch mit 76% noch immer maßgeblich den Strompreis aus. (allle Werte BDEW, Stand Juni 2021)

Welche verschiedenen Umlagen und Abgaben es gibt, wollen wir Ihnen nachfolgend kurz erläutern. Gleichzeitig finden Sie hier die derzeit gültigen Werte für EEG-, KWK-, Offshore-Netzumlage usw.

Gesetzliche Umlagen und Aufschläge für das Jahr 2022 (Stand 11/2021)
Konzessionsabgabe
mit Leistungsmessung0,110Cent/kWh
ohne Leistungsmessung gem. KAV je nach Einwohnerzahl, z.B. Bi-Bi1,590Cent/kWh
Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G)
0,378Cent/kWh
Stromnetzentgeltverordnung (§19 StromNEV)
bis 1.000.000 kWh (A)0,437Cent/kWh
ab 1.000.000 kWh (B)0,050Cent/kWh
ab 1.000.000 kWh & Stromkosten >4% vom Umsatz (C)0,025Cent/kWh
Offshore-Netzumlage (§17 EnWG)
0,419Cent/kWh
Umlage für abschaltbare Lasten (§18 AbLa)
0,003Cent/kWh
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
3,723Cent/kWh
Stromsteuer
2,050Cent/kWh

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

https://strom-report.de/eeg-umlage/#eeg-umlage-2022

Die Bundesregierung unterstützt die Energiegewinnung aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse oder Erdwärme mit Hilfe des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Erklärtes Ziel ist es, die Treibhaus-emissionen vor dem Jahr 2050 auf 0 zu reduzieren - also Treibhausgasneutralität zu erreichen. Erhebliche Mengen an klimaschädlichem Kohlendioxid werden durch die Nutzung erneuerbarer Energien eingespart. Außerdem werden hierdurch fossile Energieressourcen geschont.

Besitzer von Anlagen zur Produktion erneuerbarer Energien erhalten die Garantie, dass der Strom zu einem bestimmten, festgelegten Preis abgenommen wird. Dies nennt man die EEG-Vergütung. Gekauft wird der EEG-Strom von Verteilnetzbetreibern. Diese nehmen den Strom in ihr Netz auf und zahlen für jede eingespeiste Kilowattstunde die EEG-Vergütung an den Betreiber der Erneuerbaren-Energien-Anlage. Der Verteilnetzbetreiber leitet den eingespeisten Strom wiederum an den Betreiber des überregionalen Übertragungsnetzes weiter und erhält von diesem die EEG-Vergütung zurück. Die weitergeleiteten Strommengen werden vom Übertragungsnetzbetreiber an der Börse verkauft.

Üblicherweise wird die EEG-Umlage auf Basis der Berechnungen der Übertragungsnetzbetreiber Mitte Oktober für das Folgejahr bekannt gemacht, die die Finanzierung decken soll. Im Juni 2020 beschloss die Bundesregierung mit einem Konjunkturpaket die Wirtschaft in der Corona Krise anzukurbeln. Hierbei wurde auch eine Entlastung der Stromkosten versprochen. Dafür wurde die EEG-Umlage 2021 über Bundeszuschüsse auf 6,50 Cent/kWh gesenkt und für 2022 auf 3,723 Cent/kWh verringert.

Für das Jahr 2022 beträgt die EEG-Umlage: 3,723 Cent/kWh

Weitere Informationen und Details finden Sie unter www.netztransparenz.de.

Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G)

Das KWKG dient der Förderung der Stromerzeugung aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung. Ähnlich wie beim EEG erhalten Betreiber von KWK-Anlagen einen bestimmten festgelegten Preis für ein kWh erzeugten Strom. Die Mehrkosten des Übertragungsnetzbetreibers werden auch hier durch die KWKG-Umlage auf alle Endkunden umgelegt.

Für das Jahr 2022 beträgt die KWKG-Umlage: 0,378 Cent/kWh

Weitere Informationen und Details finden Sie unter www.netztransparenz.de.

§19 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV)

Stromintensive Industrieunternehmen mit einer bestimmten Höhe an Verbrauch werden auf Antrag von den Netzentgelten befreit. Ziel der Bundesregierung ist es, diese Unternehmen finanziell zu entlasten, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Die dadurch entgangenen Erlöse werden wieder, ähnlich wie bei der KWKG-Umlage, auf jeden einzelnen Kunden umgelegt

Für das Jahr 2022 beträgt die §19 StromNEV Umlage: 0,437 bis 0,025 Cent/kWh

A - bis 1.000.000 kWh: 0,437 Cent/kWh
B - über 1.000.000 kWh: 0,050 Cent/kWh
C - über 100.000 kWh und Stromkosten über 4% des Umsatzes: 0,025 Cent/kWh

Weitere Informationen und Details finden Sie unter www.netztransparenz.de.

Offshore-Netzumlage (§17 EnWG)

Mit der 2013 eingeführten Offshore-Haftungsumlage möchte die Bundesregierung die Risiken beim Netzanschluss von Windkraftanlagen auf hoher See begrenzen. Wenn die Anlage des Betreibers durch Probleme am Netzanschluss keinen Strom ins Netz einspeisen kann, sollen die zu leistenden Entschädigungszahlungen, durch die Umlage refinanziert werden.

Seit 2019 deckt die Umlage auch Kosten ab, die für die Anbindung von Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee anfallen. Grundlage ist das Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG).

Für das Jahr 2022 beträgt die Offshore-Netzumlage: 0,419 Cent/kWh

Weitere Informationen und Details finden Sie unter www.netztransparenz.de.

Umlage für abschaltbare Lasten (§18 AbLa)

Zum 01.01.2014 trat die Umlage für abschaltbare Lasten nach §18 AbLa (Verordnung über Verein-barungen zu abschaltbaren Lasten) in Kraft. Diese dient der Deckung von Kosten abschaltbarer Lasten, so dass sowohl die Netz- als auch Systemsicherheit aufrechterhalten werden können. Die Belastungsgrenzen gemäß §9 Abs. 7 Satz 2 und 3 KWK-G finden dabei keine Anwendung - demnach wird die Umlage für alle Letztverbraucher in der gleichen Höhe erhoben.

Für das Jahr 2022 beträgt die AbLa-Umlage: 0,003 Cent/kWh

Weitere Informationen und Details finden Sie unter www.netztransparenz.de.

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