Umlagen und Abgaben Strom

Im europäischen Vergleich wird schnell deutlich, dass Strom in Deutschland ziemlich teuer ist. Innerhalb der letzten 15 Jahre stiegen die jährlichen Kosten für die Kunden um ca. 60% an. Preistreiber waren aber weniger die Energieversorger. Dessen Anteil am Strompreis (Beschaffung, Vertrieb und Marge) sank auf 21,0%. Dafür nahmen die Netznutzungsentgelte (24,7%) sowie die staatlichen Abgaben und Steuern (54,3%) stark zu. Sie bestimmen mittlerweile zu 79% den Strompreis.

Welche verschiedenen Umlagen und Abgaben es gibt, wollen wir Ihnen nachfolgend kurz erläutern. Gleichzeitig finden Sie hier die derzeit gültigen Werte für EEG-, KWK-, Offshore-Netzumlage  usw.

Gesetzliche Umlagen und Aufschläge für das Jahr 2019
Konzessionsabgabe
mit Leistungsmessung0,110Cent/kWh
ohne Leistungsmessung gem. KAV je nach Einwohnerzahl, z.B. Bi-Bi1,590Cent/kWh
Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G)
0,280Cent/kWh
Stromnetzentgeltverordnung (§19 StromNEV)
bis 1.000.000 kWh (A)0,305Cent/kWh
ab 1.000.000 kWh (B)0,050Cent/kWh
ab 1.000.000 kWh & Stromkosten >4% vom Umsatz (C)0,025Cent/kWh
Offshore-Netzumlage (§17 EnWG)
0,416Cent/kWh
Umlage für abschaltbare Lasten (§18 AbLaV)
0,005Cent/kWh
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
6,405Cent/kWh
Stromsteuer
2,050Cent/kWh

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Quelle: https://1-stromvergleich.com/strom-report/eeg-umlage/#eeg-umlage-2019

Die Bundesregierung unterstützt die Energiegewinnung aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse oder Erdwärme mit Hilfe des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Erklärtes Ziel ist es, die Treibhaus-emissionen bis zum Jahre 2050 um mindestens 80% zu reduzieren. 

Besitzer von Anlagen zur Produktion erneuerbarer Energien erhalten die Garantie, dass der Strom zu einem bestimmten, festgelegten Preis abgenommen wird. Dies nennt man die EEG-Vergütung. Gekauft wird der EEG-Strom von Verteilnetzbetreibern. Diese nehmen den Strom in ihr Netz auf und zahlen für jede eingespeiste Kilowattstunde die EEG-Vergütung an den Betreiber Anlage. Der Verteilnetzbetreiber leitet den eingespeisten Strom ins überregionale Übertragungsnetz und erhält von dessem Betreiber die EEG-Vergütung zurück. Die weitergeleiteten Strommengen werden vom Übertragungsnetzbetreiber an der Börse verkauft.

Da die daraus erzielten Erlöse jedoch niedriger sind als die gezahlte EEG-Vergütung, ist hier eine zusätzliche Finanzierung notwendig. Der Gesetzgeber hat somit veranlasst, dass alle Stromanbieter bei Ihnen als unserem Endkunden, eine EEG-Umlage erheben müssen. Diese wird dann wiederum von uns an den Übertragungsnetzbetreiber weitergegeben. Diese Umlage ist bundesweit einheitlich festgelegt.

Für das Jahr 2019 beträgt die EEG-Umlage: 6,405 Cent/kWh

Weitere Informationen und Details finden Sie unter www.netztransparenz.de.

Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G)

Das KWK-G dient der Förderung der Stromerzeugung aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung. Ähnlich wie beim EEG erhalten Betreiber von KWK-Anlagen einen bestimmten festgelegten Preis für ein kWh erzeugten Strom. Die Mehrkosten des Übertragungsnetzbetreibers werden auch hier durch die KWKG-Umlage auf alle Endkunden umgelegt.

Für das Jahr 2019 beträgt die KWKG-Umlage: 0,280 Cent/kWh

Weitere Informationen und Details finden Sie unter www.netztransparenz.de.

§19 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV)

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat eine Sonderumlage nach Paragraf 19, Absatz 2 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) festgelegt. Stromintensive Industrieunternehmen mit einer bestimmten Höhe an Verbrauch können auf Antrag von den Netzentgelten befreit werden. Ziel der Bundesregierung ist es, diese Unternehmen finanziell zu entlasten, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Die dadurch entgangenen Erlöse werden wieder, ähnlich wie bei der KWKG-Umlage, auf jeden einzelnen Kunden umgelegt.

Für das Jahr 2019 beträgt die §19 StromNEV Umlage: 0,305 bis 0,025 Cent/kWh

A - bis 1.000.000 kWh: 0,305 Cent/kWh
B - über 1.000.000 kWh: 0,050 Cent/kWh
C - über 100.000 kWh und Stromkosten über 4% des Umsatzes: 0,025 Cent/kWh

Weitere Informationen und Details finden Sie unter www.netztransparenz.de.

Offshore-Netzumlage (§17 EnWG)

Mit der 2013 eingeführten Offshore-Haftungsumlage möchte die Bundesregierung die Risiken beim Netzanschluss von Windkraftanlagen auf hoher See begrenzen. Wenn die Anlage des Betreibers durch Probleme am Netzanschluss keinen Strom ins Netz einspeisen kann, sollen die zu leistenden Entschädigungszahlungen, durch die Umlage refinanziert werden.

Ab 2019 deckt die Umlage auch Kosten ab, die für die Anbindung von Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee anfallen. Grundlage ist das Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG).

Für das Jahr 2019 beträgt die Offshore-Netzumlage: 0,416 Cent/kWh

Weitere Informationen und Details finden Sie unter www.netztransparenz.de.

Umlage für abschaltbare Lasten (§18 AbLaV)

Zum 01.01.2014 trat die Umlage für abschaltbare Lasten nach §18 AbLaV (Verordnung über Verein-barungen zu abschaltbaren Lasten) in Kraft. Diese dient der Deckung von Kosten abschaltbarer Lasten, so dass sowohl die Netz- als auch Systemsicherheit aufrechterhalten werden können. Die Belastungsgrenzen gemäß §9 Abs. 7 Satz 2 und 3 KWK-G finden dabei keine Anwendung - demnach wird die Umlage für alle Letztverbraucher in der gleichen Höhe erhoben.

Für das Jahr 2019 beträgt die AbLaV-Umlage: 0,005 Cent/kWh

Weitere Informationen und Details finden Sie unter www.netztransparenz.de.

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